Selbstbestimmung statt Normen – Entgegnung der GaySVP PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 11. November 2010 um 15:49 Uhr

Unter dem Titel „Selbstbestimmung statt Normen“ fordert die Juso: Vorstellungen betreffend Sexualität und Geschlecht seien zu „zerschmettern“.Diese Forderung ist nicht neu sondern stammt aus dem frühen letzten Jahrhundert. Dabei ging man im Zusammenhang mit der Sexualität von der Idee einer angeborenen polymorphen und androgynen menschlichen Natur aus. Der Mensch sei von den Zwängen des Gender-Systems zu befreien, welches sich gegenseitig ausschliessende Rollen von homo/hetero und weiblich/männlich vorgebe. Die Homo-Befreiung übernahm diese Positionen, indem sie sich für eine gewisse Zeit lang ebenfalls für einen radikalen gesellschaftlichen Wandel starkmachte. Man meinte, die Homo-Befreiung sei erst dann gewährleistet, wenn die Kategorie Geschlecht abgeschafft würde. Aus damaliger Sicht war der Erfolg jeglicher politischer Handlung daran zu messen, wie weitgehend sie das System zerschlägt.

Unterdessen stossen zum offensichtlichen Missfallen der Linken solche radikale Konzepte in der GaySzene kaum mehr auf Akzeptanz. Zur Illustration ein Beispiel: In den 60er Jahren wurde die These lanciert, Buben würden nur deshalb zu gewalttätigen Erwachsenen, weil man ihnen als Kinder Spielgewehre schenke. Also herrschte Spielgewehrverbot. 40 Jahre später wissen wir: die schöne Idee hat nicht funktioniert!

Die JuSos hindert dies jedoch nicht, sich der verstaubten Thesen wieder anzunehmen. Allerdings holpert es gewaltig, wie bereits der gewählte Titel zeigt: „Selbstbestimmung statt Normen“ – ein Widerspruch in sich selbst. Wenn wir nämlich die Selbstbestimmung allem
anderen überordnen, schaffen wir damit nichts anderes als…. eine neue Norm! Und eine gefährliche dazu, denn was machen beispielsweise Vergewaltiger, Diebe oder Mörder anderes, als einfach ihre eigene Vorstellung von Selbstbestimmung über das Recht der Mitmenschen auf Integrität zu stellen? Selbstbestimmung als Ersatz von Normen ist deshalb nicht nur widersprüchlich, sondern führt konsequent umgesetzt zu einer menschenverachtenden Gesellschaft.

Vielen Gays heute geht es um ganz andere Dinge. Sie wollen, dass ihre Homo-Identität legitimiert wird und deren offizielle Anerkennung Lesben und Schwulen die gleichen Bürgerrechte einbringen würde, wie sie bereits die Mehrheit besitzt. Dies ist auch unsere Sicht. Lesben und Schwule können und sollen Anerkennung und gleiche Rechte innerhalb des bestehenden Gesellschaftssystems erlangen.

Gays wollen nicht für Zerschmetterungs- und Abbruchfantasien von irgendeiner Gruppierung missbraucht, sondern ernst genommen werden in ihren Bedürfnissen. Es geht dabei um Gleichstellung, es geht um Achtung und Beseitigung von Diskriminierung. Dazu braucht es aber nicht die Aufhebung von Geschlechterdefinitionen. Für die GaySVP ist klar, wenn alle politischen Kräfte zusammen spannen, dann lassen sich diese Ziele umsetzen. Ob die JuSos dies auch wollen? Ihr Diskussionspapier lässt zumindest Zweifel daran aufkommen….

Stellungnahme auf PDF – Hier klicken!

Das Positionspapier der Gaynossinnen – Hier klicken!

 

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